Was bedeutet Unfruchtbarkeit beim Mann?
Unfruchtbarkeit beim Mann liegt vor, wenn eine Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr über einen Zeitraum von zwölf Monaten nicht eintritt und die Ursache ganz oder teilweise beim Mann zu finden ist. Etwa jedes siebte Paar ist betroffen – in rund einem Drittel der Fälle spielt die männliche Fruchtbarkeit eine entscheidende Rolle, häufig bedingt durch Veränderungen der Spermienbildung oder der Spermienqualität.
Woran erkennt man eine eingeschränkte Fruchtbarkeit?
In einigen Fällen können jedoch folgende Hinweise auftreten:
- tastbare Krampfadern am Hoden (Varikozele)
- Schmerzen oder Ausfluss
- Beschwerden beim Wasserlassen
Da eine eingeschränkte Fruchtbarkeit aber oft symptomlos verläuft, ist eine medizinische Diagnostik entscheidend für eine verlässliche Beurteilung.
Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Eine Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit ist besonders empfehlenswert, wenn:
- trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr seit etwa 12 Monaten keine Schwangerschaft eintritt
- bereits bekannte Vorerkrankungen vorliegen (z. B. Mumps, Hodenhochstand)
- Chemotherapien oder Bestrahlungen durchgeführt wurden
- reproduktionsmedizinische Behandlungen bisher erfolglos waren


Ursachen für Unfruchtbarkeit beim Mann
Die Ursachen für eine Unfruchtbarkeit beim Mann sind vielfältig und nicht immer eindeutig zuzuordnen. Häufig liegen organische, genetische oder hormonelle Faktoren vor, in vielen Fällen spielen jedoch auch Umwelt- und Lebensstilfaktoren eine entscheidende Rolle. Eine frühzeitige fachärztliche Abklärung kann helfen, behandelbare Ursachen zu erkennen und die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern.
Organische Ursachen betreffen körperliche oder hormonelle Störungen, die die Bildung, Reifung oder den Transport der Spermien beeinträchtigen können. Dazu zählen unter anderem
- Infektionen in der Kindheit, insbesondere Mumps, die die Hodenfunktion dauerhaft schädigen können
- Akute oder chronische Entzündungen der Hoden oder der Prostata
- Hodenhochstand in der Kindheit, auch nach operativer Korrektur mit möglicher Einschränkung der Spermienproduktion
- Krampfadern im Hoden (Varikozele), die die Samenproduktion beeinträchtigen können – häufig ohne direkte Auswirkungen auf die Samenqualität
- Hormonstörungen, z. B. bei Erkrankungen der Schilddrüse, der Hirnanhangsdrüse oder durch gutartige Hypophysentumoren
- Erektionsstörungen, die den Geschlechtsverkehr erschweren oder unmöglich machen
- Retrograde Ejakulation, bei der das Ejakulat in die Harnblase gelangt (z. B. nach Prostataoperationen, bei Diabetes, neurologischen Erkrankungen oder Entzündungen)
- Vorangegangene Chemotherapien oder Bestrahlungen, die die Spermienbildung vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen können
Genetische Veränderungen können die Spermienproduktion oder ‑reifung direkt beeinflussen. Zu den wichtigsten genetischen Ursachen der männlichen Unfruchtbarkeit zählen:
- Klinefelter-Syndrom (zusätzliches X‑Chromosom)
- AZF-Deletionen auf dem Y‑Chromosom, die die Spermienbildung stören
- CFTR-Mutationen, wie sie bei Mukoviszidose vorkommen können
3. Alter und Spermienqualität
Das Alter wirkt sich bei Männern weniger stark auf die Fruchtbarkeit aus als bei Frauen, dennoch nimmt die Spermienqualität mit zunehmendem Lebensalter messbar ab. Veränderungen betreffen vor allem Beweglichkeit, DNA-Integrität und Befruchtungsfähigkeit der Spermien.
4. Oat-Syndrom
In manchen Fällen liegt ein sogenanntes OAT-Syndrom vor. Dabei sind alle wesentlichen Parameter des Spermiogramms eingeschränkt:
- Oligozoospermie (zu geringe Spermienanzahl)
- Asthenozoospermie (verminderte Beweglichkeit)
- Teratozoospermie (veränderte Form der Spermien)
Das OAT-Syndrom erfordert eine gezielte diagnostische und therapeutische Abklärung.
5. Umwelt- und Lebensstilfaktoren
Auch Lebensstil und Umweltfaktoren können die männliche Fruchtbarkeit deutlich beeinflussen. Zu den relevanten Faktoren gehören:
- Rauchen, das die Spermienkonzentration um bis zu 25 % senken kann und die Beweglichkeit reduziert
- Alkoholkonsum und Drogen
- Über- oder Untergewicht
- Hitzeeinwirkung, z. B. durch häufige heiße Bäder oder langes Radfahren
- Bewegungsmangel
Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass sogenannte endokrine Disruptoren wie BPA oder Phthalate, die in vielen Plastikprodukten enthalten sind, die Spermienqualität und männliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen können.
Diagnostik der männlichen Fruchtbarkeit im Überblick
Zur Abklärung der männlichen Fruchtbarkeit stehen unterschiedliche Untersuchungen zur Verfügung. Grundlage ist das Spermiogramm, das zentrale Parameter der Spermienqualität beurteilt.
Je nach individueller Fragestellung können ergänzende Untersuchungen sinnvoll sein, um die Fruchtbarkeit differenzierter einzuordnen und mögliche Ursachen genauer zu erkennen.
Das Spermiogramm ist die wichtigste Untersuchung zur Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit. Dabei werden Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien untersucht. Das Spermiogramm wird direkt in unserem Kinderwunschzentrum Die Kinderwunschärztin durchgeführt und ärztlich ausgewertet.
Ein unauffälliges Spermiogramm schließt eine eingeschränkte Fruchtbarkeit nicht in allen Fällen aus, da Brüche in der Spermien-DNA mit der klassischen Ejakulatanalyse nicht erfasst werden. Bei wiederholten erfolglosen Kinderwunschbehandlungen oder ungeklärter männlicher Unfruchtbarkeit kann ein DNA-Fragmentierungstest sinnvoll sein. Dieser ermöglicht eine differenziertere Beurteilung der Spermienqualität und kann wichtige Hinweise für die weitere Therapie liefern.
Bei auffälligen Befunden oder unklaren Ursachen kann in bestimmten Fällen eine ergänzende andrologische Abklärung sinnvoll sein.
Diese dient dazu, mögliche körperliche oder hormonelle Ursachen genauer zu untersuchen. Dazu zählen unter anderem eine vertiefte Anamnese, körperliche Untersuchung sowie – je nach Fragestellung – Hormonanalysen und Ultraschalluntersuchungen von Hoden, Nebenhoden und Prostata.
Eine Überweisung erfolgt gezielt, wenn sich im Rahmen der Diagnostik entsprechende Hinweise ergeben.
Ablauf der Fruchtbarkeitsuntersuchung beim Mann
Im Privatzentrum ‘Die Kinderwunschärztin’ in München erhalten Sie eine strukturierte, ärztlich begleitete Einschätzung Ihrer Fruchtbarkeit – von der Blutabnahme bis zur Auswertung.
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Erstgespräch
Das Erstgespräch erfolgt persönlich in unserem Privatzentrum und dient der systematischen Erfassung Ihrer medizinischen Vorgeschichte, sowie bisheriger Untersuchungen und Behandlungen.
Termin vereinbaren -
Probengewinnung
Die Gewinnung der Samenprobe erfolgt entweder diskret in unseren Räumlichkeiten oder – bei kurzer Anfahrtszeit – auch bei Ihnen zu Hause.
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Auswertung
Die Samenanalyse erfolgt nach aktuellen WHO-Kriterien und beurteilt Spermienanzahl, Beweglichkeit und Form. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb kurzer Zeit vor.
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Weiterführende Untersuchungen
Bei Bedarf können ergänzende Untersuchungen erfolgen, darunter Blutanalysen zur Hormonbestimmung, Ultraschalluntersuchungen sowie weiterführende Tests wie die DNA-Fragmentierung.
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Ärztliche Einordnung
Die Besprechung der Ergebnisse erfolgt persönlich und schließt mit einer individuellen Empfehlung zu den nächsten sinnvollen Schritten ab – von Lebensstilempfehlungen bis hin zu weiterführenden Kinderwunschbehandlungen.
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Termin vereinbaren -
Fertilization (IVF/ICSI)
Lab step; We update you.
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Egg retrieval (short outpatient)
You rest; We collect oocytes.
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Stimulation & monitoring (10–12 days)
We tailor meds; You attend scans.
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Standardisierte Spermiendiagnostik
Die Untersuchung erfolgt nach anerkannten medizinischen Standards und liefert eine verlässliche Grundlage für die weitere Planung.
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Geprüfte Qualität
Regelmäßige interne Kontrollen sowie externe QuaDeGa-Ringversuche sichern eine gleichbleibend hohe Qualität.
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Diskrete Probengewinnung
Die Probenabgabe ist flexibel zu Hause oder diskret vor Ort in unseren Räumlichkeiten möglich.
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Eigenes Labor
Spermiendiagnostik und Aufbereitung finden direkt vor Ort statt – für eine schnelle, zuverlässige Auswertung.
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Ärztliche Einordnung
Im persönlichen Gespräch werden die Ergebnisse verständlich erläutert und konkrete Empfehlungen für die nächsten Schritte gegeben.
Das sagen unsere Patient:innen
Kosten für das Spermiogramm
Die Kosten für ein Spermiogramm unterscheiden sich je nachdem, ob Sie die Durchführung vor Ort in unserem Münchner Privatzentrum oder flexibel zuhause wählen. Beide Varianten bieten Ihnen eine zuverlässige medizinische Auswertung nach aktuellen WHO-Kriterien.
In unserem Privatzentrum Die Kinderwunschärztin in München erhalten Sie eine fachärztlich geprüfte Analyse nach aktuellen WHO-Kriterien.
Die Probengewinnung erfolgt in unserem Münchner Privatzentrum in ruhiger, geschützter Atmosphäre. Sie profitieren von einer direkten medizinischen Betreuung vor Ort.
Die anschließende Analyse erfolgt in unserem Andrologie-Labor und wird ärztlich ausgewertet. Den Befund erhalten Sie in der Regel innerhalb von etwa fünf Tagen verschlüsselt per E‑Mail.
Termin buchenSie gewinnen die Samenprobe diskret zuhause und bringen sie anschließend innerhalb von maximal 40 Minuten zu uns. So lässt sich der Test flexibel in Ihren Alltag integrieren.
Wir stellen Ihnen vorab ein geeignetes Gefäß zur Verfügung und informieren Sie über den Ablauf. Die Analyse erfolgt in unserem Andrologie-Labor und wird ärztlich ausgewertet. Den Befund erhalten Sie in der Regel innerhalb von etwa fünf Tagen verschlüsselt per E‑Mail.
Termin buchenDie Abrechnung erfolgt gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Daher können wir keinen verbindlichen Festpreis nennen. In den meisten Fällen entsprechen die genannten Beträge jedoch den tatsächlichen Kosten.
Sollte es zu Abweichungen kommen, informieren wir Sie vorab.
Häufige Fragen zur Unfruchtbarkeit beim Mann
Woran erkennt man Unfruchtbarkeit beim Mann?
In aller Regel sind keine körperlichen Symptome zu erkennen. Manchmal kann eine Krampfader am Hoden, Ausfluss oder Schmerzen beim Wasserlassen auf organische Probleme hindeuten, die die Fruchtbarkeit einschränken können. Wenn Sie und Ihre Partnerin bereits seit mehr als einem Jahr erfolglos versuchen, ein Kind zu zeugen, sollten Sie sich beide untersuchen lassen, ob eine Ursache für den bislang unerfüllten Kinderwunsch vorliegt.
Wie häufig ist Unfruchtbarkeit bei Männern?
Jedes siebte Paar wartet vergeblich darauf, dass der Schwangerschaftstest positiv ist. Unfruchtbarkeit ist also sehr häufig. In einem Drittel der Fälle sind die Gründe beim Mann zu suchen. Bei einem weiteren Drittel sind die Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit sowohl bei der Frau als auch beim Mann zu finden.
Was bedeutet ein OAT-Syndrom konkret für meine Fruchtbarkeit?
Ein OAT-Syndrom (Oligoasthenoteratozoospermie) liegt vor, wenn Spermienanzahl, Beweglichkeit und Form gleichzeitig eingeschränkt sind. Je nach Ausprägung kann die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft reduziert sein. Die Diagnose bedeutet jedoch nicht automatisch Unfruchtbarkeit. Entscheidend sind der Schweregrad der Befunde, mögliche behandelbare Ursachen sowie die individuelle Situation des Paares.
Warum nehmen Fertilitätsstörungen bei Männern zu?
Seit Jahren nimmt die Spermienanzahl bei Männern aus westlichen Industrienationen ab. Zwar liegt die durchschnittliche Spermienanzahl bei 47 Millionen pro Milliliter Ejakulat. Damit befinden sich die meisten Männer über der Grenze von 39 Millionen, unter der nach den WHO-Kriterien eine eingeschränkte Spermienanzahl vorhanden ist. Aber die Spermienanzahl ist zwischen 1973 und 2011 laut einer großen Studie, die Daten aus einer großen Anzahl anderer Studien systematisch zusammengefasst hat und Spermiogrammdaten von über 42.000 Männern enthält, in westlichen Ländern um knapp 60 % Prozent gesunken. Mögliche Ursachen dieser Abnahme der Spermienanzahl können sein: Stress, Übergewicht, Pestizide, Ernährung und Chemikalien. Auch die WHO hat in einer Studie herausgefunden, dass die Fruchtbarkeit von unter 30-jährigen Männern seit den 80er Jahren um 15 Prozent abgenommen hat
Welche Therapieoptionen gibt es?
Je nach Ursache kommen Lebensstiländerungen, Medikamente, operative Eingriffe oder Kinderwunschbehandlungen wie IVF und ICSI infrage.