Wenn sich in der frü­hen Schwan­ger­schaft uner­war­te­te Schmer­zen oder Blu­tun­gen zei­gen, sind vie­le Frau­en ver­un­si­chert. Beson­ders in der 5. und 6. Schwan­ger­schafts­wo­che (SSW) kann sich eine soge­nann­te Eilei­ter­schwan­ger­schaft (Tubar­gra­vi­di­tät) bemerk­bar machen – ein poten­zi­ell gefähr­li­cher Zustand, bei dem sich die befruch­te­te Eizel­le außer­halb der Gebär­mut­ter ein­nis­tet. Bleibt eine sol­che Schwan­ger­schaft uner­kannt, kann es zu schwer­wie­gen­den Kom­pli­ka­tio­nen kom­men.

In unse­rer modern aus­ge­stat­te­ten Pra­xis für Kin­der­wunsch­me­di­zin betreu­en wir Frau­en auch in den sen­si­blen frü­hen Wochen einer Schwan­ger­schaft mit viel Erfah­rung und Auf­merk­sam­keit. Dr. Corin­na Mann und ihre Kol­le­gin­nen legen beson­de­ren Wert auf eine recht­zei­ti­ge Dia­gno­se und indi­vi­du­el­le Bera­tung – ins­be­son­de­re, wenn Auf­fäl­lig­kei­ten in der frü­hen Schwan­ger­schaft auf­tre­ten. Denn: Je frü­her eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft erkannt wird, des­to bes­ser sind die Chan­cen auf den Erhalt des Eilei­ters und eine spä­te­re gesun­de Schwan­ger­schaft.

Was ist eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft?

Eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft liegt vor, wenn sich die befruch­te­te Eizel­le nicht wie bei einer nor­ma­len Schwan­ger­schaft in der Gebär­mut­ter ein­nis­tet, son­dern sich außer­halb der Gebär­mut­ter ein­nis­tet. In den aller­meis­ten Fäl­len ver­bleibt die frü­he Schwan­ger­schaft im Eilei­ter. Medi­zi­nisch spricht man von einer ext­rau­te­ri­nen Gra­vi­di­tät (EUG). Sel­ten kann sich die Schwan­ger­schaft auch am Eier­stock, in der Bauch­höh­le oder im Gebär­mut­ter­hals befin­den.

Eilei­ter­schwan­ger­schaf­ten tre­ten bei etwa 1 — 2 % aller Schwan­ger­schaf­ten auf. Das Risi­ko kann leicht erhöht sein bei Frau­en mit vor­aus­ge­gan­ge­nen Ent­zün­dun­gen im Becken­be­reich, Endo­me­trio­se, Chla­my­di­en­in­fek­tio­nen, vor­aus­ge­gan­ge­nen ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen oder nach einer IVF-Behand­lung. Beson­ders deut­lich ist das Risi­ko nach frü­he­ren Eilei­ter­schwan­ger­schaf­ten erhöht.

  • Kei­ne vor­he­ri­ge Eilei­ter­schwan­ger­schaft: 1 – 2 %.
  • Nach 1 Eilei­ter­schwan­ger­schaft: 10 – 15 %.
  • Nach 2 Eilei­ter­schwan­ger­schaf­ten: 30 – 40 %.

In die­sen Fäl­len wird bei uns beson­ders sorg­fäl­tig auf eine früh­zei­ti­ge Abklä­rung geach­tet.

Sym­pto­me

Typi­sche Sym­pto­me und ers­te Anzei­chen (5. bis 7. SSW)

Die Sym­pto­me einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft sind in den ers­ten Wochen oft unspe­zi­fisch. Gera­de um die 5. SSW her­um kön­nen ers­te Anzei­chen einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft auf­tre­ten, die leicht mit Beschwer­den einer nor­ma­len Früh­schwan­ger­schaft ver­wech­selt wer­den:

  • Ein­sei­ti­ge Unter­bauch­schmer­zen, die zie­hend oder krampf­ar­tig sein kön­nen
  • Schmier­blu­tun­gen oder bräun­li­cher Aus­fluss
  • Schwin­del, Kreis­lauf­pro­ble­me oder all­ge­mei­nes Unwohl­sein
  • In sel­te­ne­ren Fäl­len: Schul­ter­schmer­zen, ver­ur­sacht durch inne­re Blu­tun­gen

Typisch ist, dass die Beschwer­den nicht direkt nach dem Aus­blei­ben der Peri­ode auf­tre­ten, son­dern sich ver­zö­gert zei­gen. Beson­ders alar­mie­rend sind Kom­bi­na­tio­nen aus posi­ti­vem Schwan­ger­schafts­test, Schmer­zen und Blu­tung. In die­sen Fäl­len soll­te zügig eine gynä­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung erfol­gen, um die Ursa­che abzu­klä­ren und eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft zu erken­nen, bevor sie gefähr­lich wird.

Im Pri­vat­zen­trum ‘Die Kin­der­wunsch­ärz­tin’ set­zen wir auf einen acht­sa­men Umgang mit Ihren Sor­gen – und eine geziel­te, moder­ne Dia­gnos­tik, um Risi­ken früh­zei­tig zu erken­nen.

Dabei gilt: Bereits bei einem Ver­dacht auf eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft, ist eine Abklä­rung immer sehr zeit­nah sinn­voll

Trotz Blu­tung schwan­ger? War­um eine Peri­ode kei­ne Ent­war­nung ist

Vie­le Frau­en gehen davon aus, dass eine Blu­tung auto­ma­tisch bedeu­tet, nicht schwan­ger zu sein. Doch das ist ein Irr­tum. Gera­de in den ers­ten Wochen kann es zu ver­schie­de­nen For­men von Blu­tun­gen kom­men, die leicht mit einer Mens­trua­ti­on ver­wech­selt wer­den:

  • Ein­nis­tungs­blu­tung: nis­tet sich die befruch­te­te Eizel­le ein, ist die Blu­tung meist hell­ro­sa und schwach
  • Blu­tung in der Schwan­ger­schaft: bei dro­hen­dem Abort oder klei­nem Häma­tom (Blut­erguß) in der Gebär­mut­ter
  • Kon­takt­blu­tung: Nach Geschlechts­ver­kehr
  • Blu­tung bei Eilei­ter­schwan­ger­schaft: unre­gel­mä­ßi­ge, teils bräun­li­che oder röt­li­che Schmier­blu­tun­gen

Bei einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft trotz Blu­tung schwan­ger zu sein, ist also durch­aus mög­lich. Das macht die Situa­ti­on für Betrof­fe­ne beson­ders tückisch. Denn nicht jede Blu­tung ist harm­los. Auch bei schein­bar “nor­ma­ler Peri­ode” kann sich eine Schwan­ger­schaft ent­wi­ckeln – jedoch unter Umstän­den außer­halb der Gebär­mut­ter.

Unser Rat: Soll­ten Sie einen posi­ti­ven Schwan­ger­schafts­test in Hän­den hal­ten, gleich­zei­tig aber Blu­tun­gen oder Schmer­zen ver­spü­ren, soll­ten Sie zügig ärzt­li­chen Rat ein­ho­len.

Schwangere Frau nach erfolgreicher PICSI Behandlung

Dia­gnos­tik in der Früh­schwan­ger­schaft – wann zum Arzt?

Bereits bei einem posi­ti­ven Test und gleich­zei­tig auf­tre­ten­den Sym­pto­men wie Unter­bauch­schmer­zen oder Blu­tun­gen soll­te eine gynä­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung erfol­gen. Das gilt beson­ders für Frau­en mit erhöh­tem Risi­ko – etwa nach einer IVF-Behand­lung, bei bekann­ter Endo­me­trio­se oder vor­an­ge­gan­ge­ner Eilei­ter­schwan­ger­schaft.

In unse­rer Pra­xis nut­zen wir moder­ne Ultra­schall­tech­nik in Kom­bi­na­ti­on mit labor­che­mi­scher Kon­trol­le des hCG-Ver­laufs, um eine fun­dier­te und früh­zei­ti­ge Eilei­ter­schwan­ger­schaft-Dia­gno­se stel­len zu kön­nen. So las­sen sich Kom­pli­ka­tio­nen ver­mei­den und die best­mög­li­che Behand­lung früh­zei­tig ein­lei­ten.

Behand­lung einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft

Die Behand­lung einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft rich­tet sich nach dem Zeit­punkt der Dia­gno­se und der indi­vi­du­el­len Situation:Bei frü­hen Befun­den ohne aku­te Beschwer­den kann ein medi­ka­men­tö­ser Abbruch mit Metho­tre­xat erfol­gen. Die­ses Medi­ka­ment stoppt das Zell­wachs­tum und ver­hin­dert eine wei­te­re Ent­wick­lung der Schwangerschaft.Wenn bereits Schmer­zen oder Blu­tun­gen auf­tre­ten, ist in der Regel eine ope­ra­ti­ve Ent­fer­nung not­wen­dig. Die Eilei­ter­schwan­ger­schaft-Ope­ra­ti­on erfolgt meist mini­mal­in­va­siv über eine Bauch­spie­ge­lung (Lapa­ro­sko­pie).

Wann ist eine neue Schwan­ger­schaft wie­der mög­lich?

Nach einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft ist der Wunsch nach einer erneu­ten, gesun­den Schwan­ger­schaft bei vie­len Frau­en beson­ders groß. Grund­sätz­lich ist es in den meis­ten Fäl­len mög­lich, wie­der schwan­ger zu wer­den. Ent­schei­dend ist, wie die Eilei­ter­schwan­ger­schaft behan­delt wur­de und ob Kom­pli­ka­tio­nen auf­ge­tre­ten sind

Nach einer medi­ka­men­tö­sen Behand­lung (z. B. mit Metho­tre­xat) wird emp­foh­len drei Mona­te bis zur nächs­ten Schwan­ger­schaft zu war­ten — Metho­tre­xat ist ein Fol­säu­re-Ant­ago­nist und wirkt zyto­to­xisch, der Wirk­stoff wird für eine Zeit lang im Gewe­be gespei­chert. Nach einer ope­ra­ti­ven Behand­lung rich­tet sich der emp­foh­le­ne Abstand zur nächs­ten Schwan­ger­schaft nach dem Hei­lungs­ver­lauf und indi­vi­du­el­ler ärzt­li­cher Ein­schät­zung.

Damit eine zukünf­ti­ge Schwan­ger­schaft die bes­ten Chan­cen hat, legen wir im Kin­der­wunsch­zen­trum beson­de­ren Wert auf eine geziel­te Nach­sor­ge nach einer EUG. Ein zen­tra­ler Bau­stein ist dabei die HyCo­Sy-Unter­su­chung:

  • Sie prüft die Durch­gän­gig­keit der Eilei­ter scho­nend und ohne Nar­ko­se 
  • Bei Ver­kle­bun­gen oder Ver­wach­sun­gen nach einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft sind häu­fig bei­de Eilei­ter betrof­fen – mit HyCo­Sy kön­nen selbst kleins­te Ver­än­de­run­gen erkannt wer­den.
  • Wich­tig: Die HyCo­Sy-Unter­su­chung kann nur die Durch­gän­gig­keit, nicht jedoch die Funk­ti­on der Eilei­ter beur­tei­len.

Unser Team beglei­tet Sie eng bei die­sem Pro­zess, beant­wor­tet Ihre Fra­gen und stimmt die nächs­ten Schrit­te indi­vi­du­ell mit Ihnen ab. Ziel ist es, nach einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft opti­ma­le Vor­aus­set­zun­gen für eine erneu­te, gesun­de Schwan­ger­schaft zu schaf­fen.

Zum Eilei­ter-Check

War­um zu uns?

Als auf Kin­der­wunsch spe­zia­li­sier­te Pra­xis ver­fü­gen wir über umfas­sen­de Erfah­rung in der Betreu­ung von Früh­schwan­ger­schaf­ten und Risi­ko­kon­stel­la­tio­nen. Dr. Corin­na Mann und ihr Team arbei­ten mit hoch­mo­der­ner Dia­gnos­tik, viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und medi­zi­ni­scher Sorg­falt.

Wir neh­men Ihre Sor­gen ernst, klä­ren umfas­send auf und beglei­ten Sie mit Fach­wis­sen und Empa­thie. Ins­be­son­de­re in Hin­blick auf die vie­len Fra­gen, die vor der Pla­nung einer wei­te­ren Schwan­ger­schaft ent­ste­hen

Häu­fi­ge Fra­gen zur Eilei­ter­schwan­ger­schaft

Wann bemerkt man eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft?

Häu­fig machen sich ers­te Sym­pto­me zwi­schen der 5. und 7. Schwan­ger­schafts­wo­che bemerk­bar. Typi­sche Hin­wei­se kön­nen ein­sei­ti­ge Unter­bauch­schmer­zen, Schmier­blu­tun­gen oder ein auf­fäl­li­ger HCG-Ver­lauf sein. Da die­se Anzei­chen aber unspe­zi­fisch sind, ist eine früh­zei­ti­ge gynä­ko­lo­gi­sche Abklä­rung beson­ders wich­tig.

Wer ist beson­ders gefähr­det?

Ein erhöh­tes Risi­ko haben Frau­en mit Endo­me­trio­se, vor­he­ri­ger Eilei­ter­schwan­ger­schaft, nach IVF-Behand­lun­gen oder bei ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen des Beckens. Auch Nar­ben­bil­dun­gen nach Ope­ra­tio­nen kön­nen das Risi­ko erhö­hen, dass sich eine befruch­te­te Eizel­le im Eilei­ter ein­nis­tet.

Wie sieht eine Blu­tung bei Eilei­ter­schwan­ger­schaft aus?

Die Blu­tung kann sehr unter­schied­lich sein. Sie kann mit oder ohne beglei­ten­de Schmer­zen auf­tre­ten und soll­te immer ärzt­lich abge­klärt wer­den.

Ab wann ist eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft gefähr­lich?

Sobald die Dia­gno­se gestellt ist, soll­te umge­hend mit der Behand­lung begon­nen wer­den. Eine unbe­han­del­te Eilei­ter­schwan­ger­schaft kann zu lebens­be­droh­li­chen inne­ren Blu­tun­gen füh­ren. Daher ist eine schnel­le Reak­ti­on ent­schei­dend.

Wie hoch ist das hCG bei einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft?

Der hCG-Wert ist in der Regel nied­ri­ger als bei einer intak­ten Schwan­ger­schaft, die in der Gebär­mut­ter ein­ge­nis­tet ist und steigt oft nur lang­sam oder gar nicht an. Eine Kom­bi­na­ti­on aus Blut­wert und Ultra­schall ist erfor­der­lich, um eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft sicher zu dia­gnos­ti­zie­ren.

Kann man in der 5. SSW eine Eilei­ter­schwan­ger­schaft aus­schlie­ßen?

In der 5. SSW ist es noch früh, eine defi­ni­ti­ve Aus­sa­ge zu tref­fen. Bei Beschwer­den kann jedoch der HCG-Ver­lauf über Blut­tests und ein geziel­ter Ultra­schall ers­te Hin­wei­se lie­fern. Ein Aus­schluss ist oft erst etwas spä­ter im Ver­lauf mög­lich.

Wann tritt ein Abgang bei einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft auf?

Ein spon­ta­ner Abgang kann auch bei einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft vor­kom­men, ein soge­nann­ter Tubar­a­b­ort. Dies ver­ur­sacht auch Schmer­zen, muss aber in der Regel nicht ope­riert wer­den. Häu­fi­ger kommt es zu einer wei­te­ren Ent­wick­lung der Schwan­ger­schaft im Eilei­ter, was zu Schmer­zen und star­ken inne­ren Blu­tun­gen durch das Ein­rei­ßen des Eilei­ters füh­ren kann.

Wie hoch ist das Wie­der­ho­lungs­ri­si­ko?

Nach einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft liegt das Risi­ko für eine erneu­te Eilei­ter­schwan­ger­schaft bei etwa 10 bis 15 Pro­zent. Eine früh­zei­ti­ge Betreu­ung in der nächs­ten Schwan­ger­schaft und geziel­te Ultra­schall­un­ter­su­chun­gen hel­fen, Kom­pli­ka­tio­nen recht­zei­tig zu erken­nen.

Kann man nach einer Eilei­ter­schwan­ger­schaft wie­der schwan­ger wer­den?

Ja, in den meis­ten Fäl­len ist eine erneu­te Schwan­ger­schaft mög­lich. Ent­schei­dend ist, wie die Eilei­ter­schwan­ger­schaft behan­delt wur­de und ob der betrof­fe­ne Eilei­ter erhal­ten wer­den konn­te. Mit einer HyCo­Sy Unter­su­chung kann die Durch­gän­gig­keit der Eilei­ter vor einer wei­te­ren Schwan­ger­schaft unter­sucht wer­den. Auch nach ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen kann eine gesun­de Schwan­ger­schaft ein­tre­ten – ent­we­der auf natür­li­chem Weg oder im Rah­men einer Kin­der­wunsch­be­hand­lung.